Rezension: Stockholm von Sophie Nuglisch

Buchdetails
Aktuelle Ausgabe
ISBN: 9783946446699
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Flexibler Einband
Umfang: 228 Seiten
Verlag: SadWolf Verlag
Erscheinungsdatum: 21.05.2018

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3 von 5 Sternen

Inhalt/Klappentext
Es ist eine Illusion, nichts weiter als eine Illusion. Nach dieser einen verhängnisvollen Nacht, in der Casper mit Erik und Lejs in Cajas Elternhaus einbrach, verändert sich schlagartig alles, was das Leben des jungen Mädchens ausmachte. Fortan wird sie mit einer unglaublich intensiven Brutalität konfrontiert und das nur, weil ihre Entführer seit frühster Kindheit ein Problem mit Frauen haben. Nur einer scheint nicht vollkommen dem sadistischen Rausch zu verfallen. Casper hat irgendetwas an sich, das ein Gefühl in Caja hervorbringt, gegen das sie sich mit aller Kraft sträubt. Ein Gefühl, das schleichend gegen ihren Verstand arbeitet und sie nach und nach an diesen Menschen bindet, der für sie nur Schmerz darstellen sollte.

Schreibstil/Handlungsverlauf
Das Buch lässt sich wirklich gut lesen. Das Buch ist in zwei Handlungssträngen erzählt. Gegenwart und Vergangenheit. Wobei die Gegenwart aus Cajas Sicht und die Vergangenheit aus Caspers Sicht erzählt werden.
Im Buch geht es stellenweise sehr brutal zu, und die Weise wie die Männer Caja behandeln hat mich manchmal schlucken lassen.
Die Autorin hat ein Händchen dafür was Emotionen und Gedanken der handelnden Figuren angeht. Man fühlt immer mit ihnen mit und will einfach nur eingreifen. Ich wollte Caja wirklich beschützen.

Obwohl ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe, fehlte mir etwas die Story und die Spannung. Irgendwann wiederholten sich die Handlungen. Caja hat was gesagt und versucht zu fliehen, die Entführer waren brutal zu ihr und Casper kümmerte sich um sie. Diese Reihenfolge wurde mir zu oft wiederholt.
Auch empfand ich den Zeitraum in sich die Gefühle von Caja für Casper entwickelten zu kurz. Irgendwie war das nicht ganz stimmig für mich, weil alles so schnell ging. Ich hätte mir mehr Entwicklung oder mehr Tiefe dieser recht speziellen Beziehung gewünscht, denn als Leser kann man einfach nicht verstehen, warum Caja Gefühle entwickelt. Einfach nur fürsorglich sein, reicht für mich nicht aus.
Das Ende ist relativ offen gehalten und hat mich mit dem Kopf schütteln lassen. Es erweckt den Anschein eines Happy Ends, welches nicht happy sein sollte.

Charaktere
Bei Caja hatte ich beim Lesen ein zwiespaltiges Gefühl. Auf der einen Seite ist es bewundernswert, was für einen starken Willen sie hat. Auf der anderen Seite hat sie einige dumme Entscheidungen getroffen, die alles nur schlimmer gemacht haben.
Es war gut zu Lesen, dass sie ihre Hoffnung aufgegeben hat, doch irgendwann war ihr Hoffnungsschimmer ihre Gefühle für Casper. Diese Wandlung hat nichts gesundes an sich und das spiegelt sich am Ende des Buches auch wieder.
Stellenweise wirkte sie auch älter als 17, was natürlich auch an der außergewöhnlichen Belastung lag, die sie durchleben musste.

Casper, der Nette von den drei miesen Typen. Auch wenn er sich um Caja gekümmert hat, konnte er bei mir nichts gut machen. Wenn er sie wirklich mögen würde, dann hätte er nicht zu lassen dürfen, dass seine Kumpel Caja so quälen. Sein Nichthandeln macht ihn genauso zum Täter.
Seine Entwicklung zum Ende hin fand ich aber gut, weil er zu seinen Taten steht.

Erik und Lej sind richtig miese Typen, daran gibt es nichts zu rütteln. Man kann nichts positives zu ihnen schreiben, weil sie einfach nur schlimme Dinge getan haben.

Meine Meinung
Das Buch hat mir gefallen, aber es auch einiges an Potenzial verschwendet. Man hätte noch mehr aus der speziellen Beziehung zwischen Casper und Caja rausholen können, weil es für mich nicht überzeugend genug war, dass man sich in so einer Situation verlieben kann.
Auch hätte ich mich etwas mehr Handlung gewünscht, da es stellenweise sich nur auf die brutalen Handlungen gegenüber Caja konzentriert hat.

Dieses Buch ist das zweite Buch der Autorin, und da ich schon ein anderes Buch von ihr gelesen habe, weiß ich dass sie sich gesteigert hat.
Die Bücher von Sophie Nuglisch sind was besonderes und stechen aus dem üblichen Mainstream heraus.
Ich kann nur empfehlen ihre Bücher zu lesen.

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